1854 ist das Gründungsjahr der Stadt Lawrence in Kansas. Ihre Geschichte ist mit 154 Jahren eher als jung zu bezeichnen - gemessen an ihrer Partnerstadt Eutin, der bereits im Jahre 1257 die Stadtrechte verliehen wurden.
Doch ist gerade der Stadt Lawrence in der aufregenden Epoche um das Werden der „Vereinigten Staaten von Amerika“ eine besondere historische Last aufgebür- det worden. Der schon mit fast unmenschlichen Strapazen verbundenen Besied- lung des amerikanischen Westens wurde im Falle der Stadt Lawrence noch ein po- litisches Kalkül hinzugefügt. Von der „New England Aid Company“ angeworbene Siedler sollten in der Auseinandersetzung um die Sklavenfrage einen Vorposten der Anti- Slavery- Bewegung bilden, für die „Missourians“ eine unglaubliche Pro- vokation. Gräueltaten milizionärer Banden auf beiden Seiten schürten den Konflikt und die Bürger von Lawrence erlitten „Bleeding Kansas“ wie kaum eine zweite Stadt.
Nach der Gründung der Stadt an einer Biegung des Kansas Rivers sollte es noch weitere sieben Jahre dauern, bis schließlich im Januar 1861 aus dem Territorium Kansas der 34. Bundesstaat der USA wurde. Doch der Beginn des amerikanischen Civil War (1861-1865) ließ ahnen, dass die Stadt Lawrence weiterhin im Brenn- punkt stehen würde.
Trauriger Höhepunkt war schließlich der Überfall auf die schlafende Stadt im Mor- gengrauen des 21. August 1863 durch William Clark Quantrill und seine Bande. Als um die Mittagszeit das Morden und Brandschatzen endete, waren mehr als 150 Tote zu beklagen und der größte Teil des alten Siedlungszentrums entlang der Massachusetts-Street bestand nur noch aus rauchenden Trümmern.
Lawrence Christmas Parade.
Jeweils am ersten Sonntag im Dezember erinnert sich Lawrence seiner bewegten Geschichte. Die traditionelle Parade pferdebespannter historischer Wagen und Kutschen ist ein Highlight im Veranstaltungskalender der Stadt.
Tip: "Ride with the devil". Der Historienfilm ist auf DVD verfügbar. Er wurde an Originalschauplätzen gedreht, u. a. in Lawrence, Massachusetts-Street.
"Aus der Asche zur Unsterblichkeit" lautet das Motto von Lawrence/ Kansas. Der an- tike Phönix erhebt sich aus den Ruinen der brennenden Stadt von 1863. Die Officers des Lawrence Police Departments tragen das Logo an ihren Uniformen. Lawrence hat seinen Überlebenswillen auch später unter Beweis gestellt. Bei der großen Flut von 1903 wurden die am Kansas River ge- legenen Stadtteile überschwemmt und es bedurfte einer erheblichen Anstrengung, die Stadt wieder aufzubauen und gegen den Fluss zu sichern. Die bereits 1865 auf dem Mount Oread errichtete "University of Kansas" verleiht der Stadt eine besondere strukturelle Prägung und die fast 30.000 Studenten machen Lawrence zu einer "jungen" Stadt.
Lawrence Turnhalle, erbaut 1869
Wie fast überall im mittleren Westen der USA war der Anteil deutscher Immigran- ten auch in Lawrence hoch und lag um 1900 bei etwa 25 %. Geschätzt wurde be- sonders die deutsche Handwerkskunst. Bereits im Jahre 1857 hatte sich ein "Turn- verein" gegründet, der sich um die deutsch-amerikanischen Familien kümmerte. Deren Mitglieder dienten als Freiwillige während des Bürgerkrieges in der Armee der Nordstaaten (Union-Troops).
Tip: Elfriede Fischer-Rowe: "Wonderful old Lawrence". Das Buch ist mit Glück bei amazon.com im Antiquariat zu finden. Wer mit der "open-book-version" im Inter- net zufrieden ist, findet es unter www.kancoll.org/books/rowe/ .
150 Jahre Lawrence
Marching-Band auf der Massachusetts-Street, Herbst 2004
"Home on the range", das Staats- Lied des "Sonnenblumen- Staates" Kansas, ist die inoffizielle Hymne des amerikanischen Westens. Der Originaltext wurde 1870 von Brewster M. Higley geschrieben, die Melodie stammt von Daniel E. Kelley. Der Text wurde über die Jahre immer wieder verändert und ergänzt. Heute singt man zumeist diese vier Strophen in der Fassung von John A. Lomax aus dem Jahre 1910:
Oh, give me a home where the buffalo roam, Where the deer and the antelope play, Where seldom is heard a discouraging word And the skies are not cloudy all day.
Chorus
Home, home on the range, Where the deer and the antelope play; Where seldom is heard a discouraging word And the skies are not cloudy all day.
Where the air is so pure, the zephyrs so free, The breezes so balmy and light, That I would not exchange my home on the range For all of the cities so bright.
Chorus
Oh, give me a land where the bright diamond sand Flows leisurely down the stream; Where the graceful white swan goes gliding along Like a maid in a heavenly dream.
Chorus
How often at night when the heavens are bright With the light from the glittering stars Have I stood here amazed and asked as I gazed If their glory exceeds that of ours.
Chorus
* State map license
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